Wo heute in einem der beliebtesten Bonner Biergärten Ausflügler, Familien, Touristen und Geschäftsleute sich bei leckeren Speisen und Getränken auf der Bahnsteigterrasse verwöhnen lassen, befand sich über viele Jahrzehnte die westlichste Station einer berühmten Eisenbahnstrecke. Hier, am nördlichen Beueler Rheinufer, endete die Fahrt der legendären Bröltalbahn.

Das einzige erhaltene Zeugnis dieses Stücks Verkehrsgeschichte ist das Bahnhofsgebäude. Der zweistöckige backsteinerne Fachwerkbau entstand 1891 und wurde in den darauf folgenden Jahren durch einen eingeschossigen Warteraum an seiner Südseite erweitert. Der rege Betrieb der Bröltalbahn machte 1906 den Ausbau des Hauptgebäudes nach Norden hin notwendig. Aus dieser Zeit stammt auch die Bahnsteigüberdachung mit gusseisernen Säulenkonstruktionen und Wellblechdächern.

Die Bröltalbahn erlebte ihre Geburt Mitte des 19ten Jahrhunderts. Die rasante Industrialisierung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts verlangte nach einem immer schnelleren Nachschub von Rohstoffen. Um den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung nicht zu verpassen, war der Bau einer Strecke zwischen den Orten Waldbröl und Asbach für den Transport von Erz, Kohle und Kalk unumgänglich geworden.